Presse
20.11.2013

die medienanstalten-PM 10/2013; Wiederwahl von Engel und Wendt; Barrierefreiheit im TV: kaum Untertitel; Fachausschüsse

Winfried Engel als Vorsitzender der Gremienvorsitzendenkonferenz wiedergewählt; Ortrud Wendt erneut Stellvertreterin

Winfried Engel ist als Vorsitzender der Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK) der Medienanstalten wiedergewählt worden, als seine Stellvertreterin wurde erneut Ortrud Wendt bestätigt. Die Vorsitzenden der Gremien der Medienanstalten (Medienrat, Medienkommission, Versammlung etc.) der 14 Landesmedienanstalten wählten in Kassel beide erneut für zwei Jahre. Engel ist Vorsitzender der Versammlung der Hessischen Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien (LPR Hessen), Wendt ist Vorsitzende der Versammlung der Niedersächsischen Landesmedienanstalt (NLM).

Die GVK trifft u.a. die Auswahlentscheidungen bei den Zuweisungen für Übertragungskapazitäten an private Anbieter und bei der Belegung von Plattformen. Außerdem berät sie insbesondere über Angelegenheiten, die in der Medienpolitik und für die Zusammenarbeit der Landesmedienanstalten von Bedeutung sind. Dabei stehen Fragen der Programmentwicklung und medienethische Aspekte im Vordergrund.

Barrierefreiheit im privaten Fernsehen – Medienanstalten kritisieren geringes Engagement der großen Sendergruppen: „Kaum Untertitel für Hörgeschädigte“

Die beiden reichweitenstärksten deutschen Senderfamilien – ProSieben-Sat.1 Media AG und RTL Mediengruppe – engagieren sich noch immer zu wenig für den Ausbau ihres barrierefreien Programms. Damit werden sie ihrer gesamtgesellschaftlichen Verantwortung nicht in ausreichendem Maße gerecht. Dies hat die Gesamtkonferenz der Medienanstalten in ihrer heutigen Sitzung (20.11. 2013) in Kassel kritisiert.

Vorangegangen war die Forderung der Gesamtkonferenz (GK) an die Sendergruppen, mindestens eine Sendung pro Abend in einem Sender ihres Unternehmens mit speziellen Untertiteln für Hörgeschädigte anzubieten. Die Ergebnisse einer im Frühjahr dieses Jahres durchgeführten Umfrage machten deutlich, dass beide Sendergruppen dieser Forderung nicht oder nur in Ansätzen nachgekommen sind.

Während die ProSiebenSat.1 Media AG mit ihrem barrierefreien Angebot sich den Forderungen der GK angenähert hat und spezielle Untertitel für Hörgeschädigte anbietet, werden in den Programmen der RTL Mediengruppe keine Sendungen mit speziellen Untertiteln ausgestrahlt. Auch bezogen auf Sendungen mit einfachen Untertiteln ist der Anteil bei RTL nochmals geringer als bei ProSiebenSat.1.

Winfried Engel, Vorsitzender der Gremienvorsitzendenkonferenz, sagte: „Der barrierefreie Zugang zu Medien und Informationen ist wichtig für unsere Gesellschaft. Nur so ist die gleichberechtigte Teilhabe aller Bürger an demokratischen Prozessen der Meinungs- und Willensbildung möglich. Dass sich die reichweitenstärkste deutsche Senderfamilie nicht mehr für Barrierefreiheit engagiert, ist enttäuschend und so nicht hinnehmbar.“

Er sagte außerdem: „Andere private Sender sind hier weiter als RTL.“ Sky zum Beispiel zeige die Bundesliga-Konferenz und das Topspiel samstags immer mit Live-Untertiteln.

Die Gesamtkonferenz der Medienanstalten (das ist die Gremienvorsitzendenkonferenz und Direktorenkonferenz) wird die Debatte um die Förderung von Barrierefreiheit im privaten Fernsehen auch weiterhin verstärkt führen und auf gesetzliche Verschärfungen hinwirken, wenn sich die Lage insbesondere bei der RTL Mediengruppe nicht verbessert.

Medienanstalten setzen Fachausschüsse für Schwerpunktthemen ein

Die Medienanstalten haben sich auf eine Modifizierung ihrer Arbeitsstrukturen geeinigt und für 2014 drei Fachausschüsse für Schwerpunktthemen eingerichtet. Die Ausschüsse sollen Entscheidungen der Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) und der Direktorenkonferenz (DLM) vorbereiten.

Es sind die Fachausschüsse für Regulierung, für Netze, Technik und Konvergenz sowie für Jugendschutz, Medienkompetenz und Bürgermedien.

Fachausschuss Regulierung:

Cornelia Holsten, Siegfried Schneider, Thomas Langheinrich, Joachim Becker,

Fachausschuss Netze, Technik, Konvergenz:

Thomas Fuchs, Dr. Hans Hege, Dr. Gerd Bauer, Martin Deitenbeck, Martin Heine

Fachausschuss Jugendschutz, Medienkompetenz und Bürgermedien:

Jochen Fasco, Renate Pepper, Andreas Fischer, Dr. Uwe Hornauer.

Dies hat die Gesamtkonferenz der Medienanstalten (Gremienvorsitzendenkonferenz und Direktorenkonferenz) in ihrer Sitzung am 20.11. 2013 in Kassel so beschlossen

Die Fachausschüsse lösen die bisherigen Beauftragten ab. Allerdings bleiben die Funktionen des Beauftragten für den Haushalt (Dr. Uwe Hornauer) und des Europabeauftragten (Thomas Langheinrich) sowie des Vorsitzenden von dieser Entscheidung unberührt.


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