Presse
16.11.2015

DLM-PM 13/2015; ZDF löst Bild-Zeitung als meinungsmächtigstes Medienangebot ab. Launch von www.medienkonvergenzmonitor.de

Fernseh- und Printunternehmen dominieren weiterhin den Meinungsmarkt, Intermediäre bestimmen jedoch zunehmend die informierende Mediennutzung

Ab sofort gibt das Webinterface des Medienkonvergenzmonitors der Landesmedienanstalten in intuitiver und interaktiver Form Aufschluss über die Struktur der Medienlandschaft und die Verteilung der Meinungsmacht in Deutschland. Aktuell wird hier dokumentiert, dass die Anteile der Medienkonzerne am Meinungsmarkt trotz zunehmender Bedeutung des Internets relativ stabil geblieben sind. Wie der MedienVielfaltsMonitor für das 1. Halbjahr 2015 zeigt, haben Medienunternehmen mit dem Schwerpunkt Fernsehen oder Print weiterhin eine führende Position im Meinungsmarkt.

ARD, Bertelsmann, ProSiebenSat.1, Springer und ZDF kommen zusammen auf einen Anteil von 58 Prozent. Weitere 25 Medienunternehmen erzielen zusammengerechnet einen Anteil von rund 29 Prozent. Darunter befinden sich mit United Internet, Yahoo und Microsoft (MSN) bisher lediglich drei Internetunternehmen.

Das Medium mit der größten Meinungsmacht ist neuerdings das Fernsehprogramm ZDF mit einem Anteil von 4,6 Prozent am bundesweiten Meinungsmarkt. Dahinter folgen der ehemalige Spitzenreiter Bild-Zeitung (4,4 Prozent), Das Erste (4,3 Prozent) sowie die beiden Privatsender RTL (3,6 Prozent) und Sat.1 (2,8 Prozent).

Bedeutsam für die weitere Entwicklung am Meinungsmarkt sind die reichweitenstarken intermediären Internetplattformen, die zunehmend die informierende Mediennutzung im Internet bestimmen. Dazu zählen vor allem Facebook, Google, YouTube und Twitter. Rund 30 Prozent der Bevölkerung nutzen diese Plattformen bereits täglich für die Suche oder Nutzung von informierenden Medieninhalten.
Die Ergebnisse des MedienVielfaltsMonitors basieren auf der Vernetzung der Daten der regelmäßigen Reichweitenstudien von agma, GFK und Nielsen mit der repräsentativen Gewichtungsstudie von TNS Infratest, die im Auftrag der Landesmedienanstalten ganzjährig durchgeführt wird, sowie den Beteiligungsverhältnissen der Medienunternehmen.

Der MedienVielfaltsMonitor ist damit Teil des Projektes Medienkonvergenzmonitor der Landesmedienanstalten. Ziel des Projektes ist es, aktuelle und valide Daten über den Stand und die Entwicklung der Rundfunk- und Medienlandschaft nutzerfreundlich und für jedermann im Internet zugänglich zu machen. In einer optisch ansprechenden und interaktiven Form werden Inhaber- und Beteiligungsverhältnisse sowie ihre gattungsübergreifenden Auswirkungen auf die Medienvielfalt und die Meinungsbildung in Deutschland dargestellt. Erstmalig werden dabei von der Mediendatenbank sowohl elektronische als auch Printmedien gemeinsam erfasst und so auch crossmediale Verflechtungen von Rundfunk, Print- und Onlinemedien dargestellt. Die Mediendatenbank des Medienkonvergenzmonitors wie auch die darauf aufbauenden Studien werden in regelmäßigen Abständen aktualisiert.

Darüber hinaus werden zukünftig Schwerpunktstudien zu aktuellen Themen, wie bspw. die Meinungsbildungsrelevanz von Suchmaschinen und Social-Media-Angeboten den Medienkonvergenzmonitor komplettieren.

Der Medienkonvergenzmonitor der Medienanstalten ist ab sofort erreichbar unter www.medienkonvergenzmonitor.de.

Der aktuelle Bericht des MedienVielfaltsMonitors steht hier zum Download bereit.


Kontakt

Stefanie Reger
Pressesprecherin
Telefon: +49 (0)30 2064690-22
Mobil:    + 49 (0)151 52153340

presse(at)die-medienanstalten.de

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