Presse
01.02.2017

ZAK-Pressemitteilung 03/2017; ZAK entscheidet über Verstöße aus Programm und Werbung

Die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Medienanstalten (ZAK) hat in ihrer gestrigen Sitzung in Stuttgart über Verstöße aus Programm und Werbung entschieden:

Folgenden Programmverstoß beanstandete die ZAK:

SAT.1
In der SAT.1-Sendung „Akte 2016 – Rabenväter“ vom 19. Juli 2016, 22.45 Uhr, konstatierte die ZAK einen zweifachen Verstoß gegen anerkannte journalistische Grundsätze: zum einen gegen das Gebot der Sachlichkeit und aufgrund der Verwendung unlauterer Recherchemethoden. In einem Beitrag der Sendung sei ein Einzelfall einseitig und ohne Bezugnahme auf das gesamtgesellschaftliche Phänomen säumiger Unterhaltspflichtiger aus Sicht einer Tochter geschildert worden, befand die ZAK. Dem Vater, schon von der Moderatorin als „säumiger Rabenvater“ bezeichnet, sei unterstellt worden, Zahlungen zu Unrecht verweigert und damit eine Straftat begangen zu haben – ohne Gesichtspunkte zugunsten des Vaters zu berücksichtigen. An ihre Informationen sei die Redakteurin nicht zuletzt durch verdeckte Recherche mit versteckter Kamera gekommen.

Folgende Werbeverstöße stellte die ZAK fest:

Sport1
Einen Verstoß gegen das Gebot der Unterscheidbarkeit von Werbung und Programm stellte die ZAK in der Sendung „Fußball live - UEFA Europa League Countdown“ am 7. April 2016 bei Sport1 fest. So wurden im Programm unmittelbar vor einem durch einen Werbetrenner angekündigten Spot für den Sportwetten-Anbieter bwin „weitere Infos“ einer Sport1-Moderatorin angekündigt. Das ließ redaktionelle Inhalte erwarten, tatsächlich folgte aber Werbung. Auch am Ende des von der Moderatorin gesprochenen Spots wurde die durch den Trenner suggerierte Zäsur durch verbindende Moderation relativiert. Zudem fand im Spot eine Vermischung redaktioneller und werblicher Inhalte statt. Der Spot sei damit – sowohl für sich als auch vor allem im Zusammenspiel mit umgebenden programmlichen Elementen – nicht ausreichend für das Publikum als Werbung zu erkennen gewesen.

Anixe SD
Einen Verstoß gegen das Schleichwerbeverbot sah die ZAK in der Sendung „Anixe Car-News“ auf Anixe SD am 29. März 2016 gegen 19 Uhr. Die Gründe für diese Bewertung waren zum einen geradezu schwärmerische Formulierungen in Bezug auf die präsentierten Autos. Dazu kam der Umstand, dass es sich bei dem Format offenbar um eine minimal durch die Veranstalterin modifizierte Version der Sendung „Car-News.TV“ handelte, die von dem Unternehmen Car-News.TV Ltd. zur kostenlosen Verbreitung angeboten wird – eine vor allem in der Unternehmens-PR gängige Praxis. Eine Kennzeichnung als Produktplatzierung, wie von der Veranstalterin vorgeschlagen, hätte unabhängig davon nicht zur Verhinderung eines Verstoßes geführt, weil ein Format mit Autotests als Ratgeber- und Verbrauchersendung zu bewerten ist, in der Produktplatzierung unzulässig ist.

Gegen die Sender sprach die ZAK jeweils Beanstandungen aus, um die Anbieter künftig zu einer gesetzeskonformen Programmgestaltung anzuhalten.

Die aktuellen Entscheidungen der ZAK zu Zulassungen/ Zulassungsänderungen sowie die Aufsichtsfälle finden Sie hier.


Kontakt

Stefanie Reger
Pressesprecherin
Telefon: +49 (0)30 2064690-22

presse(at)die-medienanstalten.de

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