Presse
22.03.2017

ZAK-Pressemitteilung 09/2017; Transparenz und Kennzeichnungsgebot: ZAK entscheidet über Werbeverstöße

Die Kommission für Zulassung und Aufsicht der Medienanstalten (ZAK) hat in ihrer gestrigen Sitzung in Berlin über folgende Werbeverstöße im Rahmen einer Schwerpunktuntersuchung entschieden:

sixx

Einen Verstoß gegen das Gebot der Unterscheidbarkeit von Werbung und Programm stellte die ZAK mit der Ausstrahlung des Werbelogos
„7. Dez – Merry Sixx-Mas“ am 7. Dezember 2015 im Programm von sixx fest. Das Werbelogo zeigte nach einem Schnitt mehrere Protagonistinnen der Serie „Desperate Housewives“, von denen eine „Pause“ rief. Auf dem nächsten Bild folgte das Datum des Sendetages – weihnachtlich animiert mit einer Nikolausmütze tragenden Housewives-Darstellerin und animiertem Schnee. Darauf kam ein Bild mit dem Claim „Merry Sixx-Mas“ und dann begann der Werbeblock – ohne die Einblendung „Werbung“ oder einen vergleichbaren Schriftzug. Die ZAK beanstandete die fehlende Kennzeichnung. Der Begriff „Pause“ allein sei nicht geeignet, den Werbeblock eindeutig anzukündigen.

Außerdem lief auf sixx am 7. Dezember 2015 mehrfach das Werbelogo „Big Brother“, das die ZAK ebenfalls aufgrund mangelnder Trennung und Erkennbarmachung von Werbung beanstandete. Dieses Werbelogo begann mit einem sehr kurzen schwarzen Vollbild, direkt im Anschluss folgte die Simulation eines sich öffnenden Augenlides des „Big-Brother-Auges“. Eine Stimme aus dem Off sprach dazu: „Du wirst nicht umschalten!“, daraufhin wurde das Umschalten grafisch angedeutet, im Anschluss endete das Werbelogo mit einem kurzen schwarzen Vollbild. Die ZAK wertete das Logo als Verstoß, obgleich es die Einblendung „Werbung“ am rechten oberen Bildschirmrand enthielt: Der Hinweis auf Werbung sei durch Platzierung und geringe Schriftgröße optisch nicht dominant genug, um dem auf die pulsierende Iris fokussierten Zuschauer eindeutig klarzumachen, dass als nächstes Werbung ausgestrahlt wird, so die Argumentation der ZAK.

N24

Zudem wertete die ZAK eine nicht gekennzeichnete Splitscreenwerbung für die Zeitung „Welt am Sonntag“ in der Sendung „Welt der Wunder“ auf N24 als Verstoß. Der Sender hatte am 12. Dezember 2015 über dem Nachrichtenlaufband eine Einblendung gesendet, die die „Welt-am-Sonntag“-Ausgabe des Folgetages bewarb. Dabei war Text mit einigen Themen der Ausgabe parallel zum Nachrichtenlaufband und ohne Werbekennzeichnung durch das Bild gelaufen.

Gegen die Sender sprach die ZAK jeweils Beanstandungen aus, um die Anbieter künftig zu einer gesetzeskonformen Programmgestaltung anzuhalten.

Die aktuellen Entscheidungen der ZAK zu Zulassungen/Zulassungsänderungen sowie die Aufsichtsfälle finden Sie hier.


Kontakt

Stefanie Reger
Pressesprecherin
Telefon: +49 (0)30 2064690-22

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