Seit im Januar 1984 der erste Offene Kanal in Ludwigshafen auf Sendung ging, hat sich in Deutschland eine bunte Szene von Bürgerfernsehen und freien Radios herausgebildet. Bundesweit sind mehr als 140 Offene Kanäle, Nichtkommerzielle Lokalradios, Campusradios und Ausbildungskanäle auf Sendung und bieten interessierten Bürgerinnen und Bürgern chancengleichen und unzensierten Zugang zu Hörfunk- und Fernsehstudios, die ihre Programme terrestrisch oder via Kabel ausstrahlen. Die Verbreitung erfolgt ausschließlich lokal oder regional. Dass die Bürgersender die digitalen Entwicklungen fest im Blick haben, zeigen die zahlreichen Mediatheken im Internet, Facebook-Profile und YouTube-Channels.
Bürgermedien leisten einen Beitrag zur Partizipation der Bürger, zur lokalen Information, zur Förderung der Medienkompetenz sowie zur Aus- und Fortbildung der Medienschaffenden. Die Bürgermedien sollen Bürgerinnen und Bürgern einen unmittelbaren Zugang zu den elektronischen Massenmedien eröffnen. Die Devise heißt „Learning by doing“. So können alle interessierten Bürger eigene Erfahrungen mit der Produktion von Programmen machen. Dies gilt insbesondere für den Einsatz von Technik, den Umgang mit Sprache und Bildern, aber auch für die Organisation und Durchführung einer Produktion oder eines Sendeablaufs. Die Bürgermedien leisten somit einen praxisbezogenen Beitrag zur Förderung der Medienkompetenz. Bei der Herstellung von Beiträgen für die Bürgermedien – sei es Radio oder Fernsehen – können die Wirkungsweisen durchschaut werden. Bürgermedien sind so ein Beitrag zur „Medienkunde“, ein wichtiger Bestandteil dessen, was heute unter Medienkompetenz verstanden wird. Die einzelnen Landesmedienanstalten fördern in vielfältiger Weise die Aktivitäten der Bürgermedien und unterstützen den Zusammenschluss von Bürgermedien zu örtlichen Medienkompetenznetzwerken.
