Die ersten Breitbandkabelnetze entstanden in Europa vor mehr als 25 Jahren. In Deutschland ist das Breitbandkabel mit einem Marktanteil von gut 51 % (Stand: 06/2010) der Haushalte heute der wichtigste Übertragungsweg für Rundfunk.
Ursprünglich auf die gleichzeitige analoge Übertragung von 30 bis 50 Fernsehprogrammen ausgelegt, wurden die Kabelnetze in den letzten Jahren auf die digitale Technik umgerüstet. Die Zuschauer können heute also zwischen analogem und digitalem Empfang wählen. Der Großteil der Haushalte empfängt die Signale noch analog. Dank des Netzausbaus können neben Fernsehprogrammen aber auch Multimedia-Anwendungen, Internet und Telefon über das Fernsehkabel genutzt werden. Genau wie die klassischen Telefonnetzbetreiber bieten auch die Kabelnetzbetreiber sog. TriplePlay (Fernsehen, Internet und Telefon übers Kabelnetz) an.
Die Kabelnetzstruktur ist regional unterschiedlich gegliedert. In den alten Bundesländern gibt es üblicherweise nur einen dominierenden Kabelnetzbetreiber. In Baden-Württemberg ist es Kabel-BW, in Hessen und Nordrhein-Westfalen ist es Unity Media und in den restlichen Bundesländern Kabel Deutschland.
In den neuen Bundesländern finden sich neben größeren Unternehmen wie Kabel Deutschland, TeleColumbus oder PrimaCom auch eine Vielzahl von kleinen Kabelnetzbetreibern. Hier agieren schätzungsweise bis zu 4000 Unternehmen aus Elektro-Handwerk und Wohnungswirtschaft.