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Produktplatzierung

Eine neue Einnahmequelle für den Rundfunk sind die seit dem 1. April 2010 zugelassenen Produktplatzierungen. Sie sind von unzulässiger Schleichwerbung zu unterscheiden.


Produktplatzierungen sind die gekennzeichnete Erwähnung oder Darstellung von Waren, Dienstleistungen, Namen, Marken, Tätigkeiten eines Herstellers von Waren oder eines Erbringers von Dienstleistungen in Sendungen gegen Entgelt oder eine ähnliche Gegenleistung mit dem Ziel der Absatzförderung (§ 2 Abs. 2 Nr. 11 RStV).

Die kostenlose Bereitstellung von Waren oder Dienstleistungen ist Produktplatzierung, sofern die betreffende Ware oder Dienstleistung von bedeutendem Wert ist. Von einem bedeutenden Wert ist auszugehen, wenn der Wert der Produktbeistellung 1 % der Produktionskosten ab einer Untergrenze von 1.000 EUR erreicht (Ziff. 1 Abs. 2 WerbeRL).

Zulässigkeit von Produktplatzierung

Produktplatzierungen sind in Kinofilmen, Filmen und Serien, Sportsendungen und Sendungen der leichten Unterhaltung, sofern es sich nicht um Sendungen für Kinder handelt, zulässig. Sendungen, die neben unterhaltenden Elementen im Wesentlichen informierenden Charakter haben, sind keine Sendungen der leichten Unterhaltung. So dürfen Verbraucher- und Ratgebersendungen mit Unterhaltungselementen keine Produktplatzierungen enthalten (§ 44 RStV).

Produktplatzierungen sind ferner zulässig, wenn sie unentgeltlich erfolgen und bestimmte Waren oder Dienstleistungen als Produktionshilfen oder als Preise kostenlos für die Einbeziehung in eine Sendung zur Verfügung gestellt werden. Derartige unentgeltliche Produktbeistellungen sind jedoch in Nachrichtensendungen, Sendungen zum politischen Zeitgeschehen, Ratgeber- und Verbrauchersendungen sowie in Kindersendungen nicht zulässig.

Anforderungen an Produktplatzierung

Zulässige Produktplatzierungen müssen folgende Voraussetzungen erfüllen:

  • Die redaktionelle Verantwortung und Unabhängigkeit hinsichtlich Inhalt und Sendeplatz muss unbeeinträchtigt bleiben.
  • Die Produktplatzierung darf nicht unmittelbar zu Kauf, Miete oder Pacht von Waren oder Dienstleistungen auffordern, insbesondere nicht durch spezielle verkaufsfördernde Hinweise auf diese Waren oder Dienstleistungen
  • Das platzierte Produkt darf nicht zu stark herausgestellt werden. Die Produktplatzierung muss insoweit redaktionell gerechtfertigt sein.
  • Auf eine Produktplatzierung muss eindeutig hingewiesen werden (§ 7 Abs. 7 Satz 7 RStV).

 

Kennzeichnung von Produktplatzierung

Jede Produktplatzierung muss zu Beginn und zum Ende einer Sendung sowie bei deren Fortsetzung nach einer Werbeunterbrechung oder im Hörfunk durch einen gleichwertigen Hinweis gekennzeichnet werden (§ 7 Abs. 7 Satz 4 RStV).

Die Kennzeichnung ist jedenfalls dann angemessen, wenn sie für mindestens 3 Sekunden die Abkürzung „P“ als senderübergreifendes Logo für Produktplatzierung enthält und diese Einblendung durch einen erläuternden Hinweis ( z.B. „unterstützt durch Produktplatzierungen“) ergänzt wird.

Die Kennzeichnungspflicht entfällt für Sendungen, die nicht vom Veranstalter selbst oder von einem mit ihm verbundenen Unternehmen produziert oder in Auftrag gegeben worden sind, wenn nicht mit zumutbarem Aufwand zu ermitteln ist, ob Produktplatzierungen enthalten sind. Der Veranstalter hat hierauf aber hinzuweisen (§ 7 Abs. 7 Satz 5 RStV).