Periscope – Die App für Live-Streaming und Live-Interaktion

Periscope ist eine App für das Smartphone, mit der Nutzer ihre Videos während des Filmens live ins Internet streamen und dabei mit ihren Zuschauern interagieren können. Der direkte Kontakt mit den anderen Nutzern in Echtzeit ist der große Unterschied zu Online-Plattformen wie YouTube, wo Videos auf Abruf angeboten und im Nachhinein kommentiert werden.

Mit einem Klick live im Netz

Ist die App auf dem Smartphone installiert, kann die Übertragung des Videostreams ins Internet schon beginnen – allerdings nur im Hochkantformat. Inzwischen muss die App nicht mehr mit dem eigenen Twitter-Account verbunden sein – anfangs war Periscope nur eingeloggten Twitter-Nutzern vorbehalten.

Standardmäßig sind alle Übertragungen öffentlich. Es gibt jedoch die Möglichkeit, den Kreis auf ausgewählte Follower zu beschränken und somit eine private Übertragung zu senden. Alle Zuschauer können öffentlich ihre Kommentare posten, die live auf dem Bildschirm erscheinen und auf die der Sendende direkt reagieren kann. Außerdem können die Beobachter durch Antippen des Bildschirms Herzen schicken, um ihre Begeisterung über das Video mitzuteilen – so erhält der Übertragende Rückmeldungen in Echtzeit. Sobald die Übertragung beendet wurde, ist sie als „Replay“ für 24 Stunden verfügbar, sofern der Eigentümer die Aufnahme nicht vorher löscht. Periscope merkt sich, wie viele Herzen man von seinen Zuschauern erhält und bestimmt so das Ranking der „Most Loved”-Liste.

In der iOS-Version ist auf einer Weltkarte sichtbar, wo in diesem Moment Live-Videos gestreamt werden, bei Android findet man bislang nur eine unsortierte, weitgehend chronologische Liste der aktuell verfügbaren Streams. Über die kurzen Teasertexte erfährt man etwas über den Inhalt oder Kontext des Videos und auch die aktuelle Zuschauerzahl wird angezeigt, sodass man sich entscheiden kann einen Blick hineinzuwerfen. Durch die Verbindung mit Twitter kann eine Benachrichtigung an die Twitter-Follower gesendet werden, sobald das eigene Live-Video startet. Außerdem werden Periscope-Accounts vorgeschlagen, denen man eventuell folgen möchte, basierend auf dem eigenen Twitter-Netzwerk.

Periscope_Mit einem Klick live im Netz
Erfolg in Echtzeit

Erfolg in Echtzeit

Bei iTunes ist Periscope mittlerweile auf 35 Sprachen erhältlich, im Google Play Store rangiert die App im Bereich von 1–5 Millionen getätigten Installationen. Höhere Bekanntheit in Deutschland erreichte Periscope am Abend des 14. Mai 2015, als ein Journalist live via Periscope berichtete, wie beim Finale von „Germany’s Next Topmodel“ das Gebäude wegen einer Bombendrohung geräumt werden musste. In diesem Fall gelangten nach Abbruch der Bildübertragung des Fernsehsenders kaum Informationen an die Öffentlichkeit und so beobachteten rund 3.000 Nutzer die Geschehnisse über das Live-Streaming von Periscope.

Im März 2015 gab Twitter den Kauf von Periscope für rund hundert Millionen Dollar bekannt. Nahezu gleichzeitig verkündete das Unternehmen, dem direkten Periscope-Konkurrenten Meerkat, der ebenfalls auf Twitter als Plattform aufbaut, nicht länger den Zugang zu Daten über das soziale Umfeld der Twitter-Nutzer zu gewähren. Meerkat erhielt bislang über Twitter Informationen darüber, welche Nutzer einander folgen. Dadurch ersparte Meerkat seinen Nutzern die Mühe, ihre Kontakte in der App selbst pflegen zu müssen. Außerdem wurden somit Benachrichtigungen über aktuelle Video-Streams von Followern aus dem Twitter-Netzwerk verschickt. Daher ist es für Meerkat-Nutzer nun etwas schwieriger, auf Übertragungen aufmerksam zu werden, die Verbindung zu Twitter bleibt ansonsten jedoch bestehen.

Was ist bei der Nutzung von Periscope zu beachten?

Ganz unbesonnen sollte mit Live-Streaming im Internet nicht umgegangen werden – dies gilt für das Filmen in öffentlichen Räumen sowie im privaten Umfeld. Periscope hat dazu einige ausführliche Gemeinschaftsrichtlinien aufgestellt. Darüber hinaus ist sicher gut beraten, wer folgende Hinweise im Umgang mit Periscope berücksichtigt:

  • Da Periscope-Nutzer ihre Identität durch anonyme Nutzung verschleiern können, sollte mit privaten Daten und Informationen (z. B. Adressen und Telefonnummern oder Schulwege und Vereinszugehörigkeiten) besonders sensibel umgegangen werden. Generell gilt: Gesagt und gezeigt werden sollte nur das, was auch fremde Menschen auf der Straße erfahren dürften.
  • Auch bei den Live-Streams gelten das Persönlichkeits- sowie das Urheberrecht. Wer in seinen Live-Streams andere Menschen zeigt, die ihre Einwilligung dazu nicht erteilt haben, macht sich genauso strafbar, wie jemand, der urheberrechtlich geschützte Musik – wenn auch nur im Hintergrund – abspielt.
  • Die Nutzung von Periscope kann zu ungewollter Konfrontation mit jugendschutzrelevanten Inhalten (z. B. sexueller Provokation oder Selbstverletzungen) führen.
  • Für das Live-Streaming über Periscope wird in der Regel keine Rundfunkzulassung benötigt. Eine entsprechende Checkliste zur Beantwortung der Frage, ob Rundfunk vorliegt, findet sich hier.
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