DLM | 02/2018 |

Algorithmen: Zukunft durch Berechnung? – Themen 2018 für eine moderne Medienaufsicht

Zum Auftakt ins neue Jahr hat die Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) die zentralen Themen der Gemeinschaft für das laufende Jahr bekräftigt. Vor dem Hintergrund der „Dachthemen“ Digitalisierung und Konvergenz, werden vor allem Plattformregulierung und „künstliche Intelligenz“ (KI) im Fokus stehen, so die DLM in ihrer Sitzung am 23. Januar 2018 in Bremen. Die neue Vorsitzende der DLM, Cornelia Holsten, betonte, die Landesmedienanstalten verfügten als relevanter Player der Medienregulierung über viel Erfahrungen aus der Praxis, seien nah an den inhaltlichen Trends und könnten regulatorische Herausforderungen rechtzeitig erkennen. Holsten machte jedoch auch deutlich: „Wichtig ist, dass wir uns jetzt mit den Themen befassen und nicht erst in 5 bis 10 Jahren, wenn wir in den Bereichen die öffentliche Debatte antreiben und nicht ihr hinterherhinken wollen.“

Auffindbarkeit und Empfehlungssysteme

Algorithmische und redaktionelle Empfehlungssysteme haben den Zugang und die Auffindbarkeit von Medieninhalten grundlegend verändert. Um eine vielfältige und faire Medienlandschaft sicherzustellen, müssen Angebote chancengleich und diskriminierungsfrei dargestellt werden. Dies betrifft zum einen den Wettbewerb zwischen den Medienanbietern, zum anderen die Auffindbarkeit von Inhalten für die Nutzer.

Public Value

In diesem Zusammenhang spielt das Thema Public Value privater Sender eine wesentliche Rolle. Bereits die Gesamtkonferenz der Medienanstalten hatte im letzten Jahr (vgl. PM 22/2017) beschlossen: Angebote mit einem besonderen Beitrag zur öffentlichen Meinungsbildung, wie z.B. Nachrichten, sollten bei der Gestaltung von Benutzeroberflächen einen privilegierten Status erhalten. Denn „Public-Value-Angebote“ können ihre meinungsbildende Funktion nur erfüllen, wenn sie die Aufmerksamkeit der Nutzer erhalten. 

Künstliche Intelligenz

Neben der Auffindbarkeit und Auswahl von Inhalten scheinen unsere modernen Geräte dank Sprachsteuerung noch „smarter“ zu werden. Digitale Assistenten wie „Alexa“ von Amazon oder „Siri“ von Apple prägen bereits heute unseren privaten Alltag. Galt „Künstliche Intelligenz“ (KI) lange Zeit als reine Wissenschaft der Computer-Programmierung, ist KI eines der Hauptthemen der digitalisierten Gesellschaft geworden. Neben der Mediennutzung wird KI völlig neue Werbeformen ermöglichen, die der Regulierung der Medienanstalten unterliegen werden. Ziel der Medienanstalten ist es, stärker als zuvor Debatten zur KI-Technik anzustoßen und Möglichkeiten für einen sicheren Umgang mit den Geräten zu diskutieren. Unter dem Stichwort „safety by design“ werden die Landesmedienanstalten mit Programmierern und Unternehmen ins Gespräch kommen, um bereits bei der Entwicklung Risiken vorzubeugen. Weitere Maßnahmen sind zielgerichtete Forschungsprojekte der Landesmedienanstalten und öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen, um ein Bewusstsein für das Thema zu schaffen – damit nicht nur Geräte „smarter“ werden, sondern mit ihnen die Medienaufsicht.

 

 

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