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KJM-Pressemitteilung 05/2010: Nach unterschiedlicher Beurteilung von DSDS-Casting-Folge: KJM spricht mit FSF über Jugendschutzkriterien

Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) hat am 9. März 2010 ein Gespräch mit Vertretern der Freiwilligen Selbstkontrolle Fernsehen (FSF) geführt. Dies hielt sie für erforderlich, nachdem FSF und KJM eine Casting-Folge der Fernsehsendung „Deutschland sucht den Superstar“ (RTL) unterschiedlich bewertet hatten (vgl. Pressemitteilung der KJM vom 21. Januar 2010).

In Deutschland existiert auf der Grundlage des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags das System der sogenannten „regulierten Selbstregulierung“, das die Verantwortung der Unternehmen einfordert. Fernsehanbieter können ihre Programme vorab von der FSF – einer von der KJM anerkannten Selbstkontrolleinrichtung begutachten lassen. Beim von der KJM eingeforderten Austausch über die Anwendung von Jugendschutzkriterien bei der Bewertung von Fernsehformaten zeigte sich, dass die Beurteilungen von Prüfern der KJM und der FSF zwar in den meisten Fällen übereinstimmen. „Dass in Einzelfällen die Sichtweisen von KJM und FSF voneinander abweichen, ist im System der regulierten Selbstregulierung angelegt. Im Grundsatz müssen beim Schutz von Kindern und Jugendlichen alle beteiligten Kräfte an einem Strang ziehen. Deshalb ist es wichtig, den Dialog mit der FSF und den TV-Verantwortlichen zu suchen und Jugendschutzkriterien einheitlich auszulegen. Wir müssen frühzeitig dafür Sorge tragen, dass wir in prinzipiellen Fragen nicht auseinanderdriften“, sagte der KJM-Vorsitzende Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring.

Die Vertreter von KJM und FSF vereinbarten, auch in Zukunft eng zusammenzuarbeiten, da im Zuge der Novellierung des Jugendmedienschutz-Staatsvertrags neue Herausforderungen bewältigt werden und Prüfverfahren angepasst werden müssen.

Zum Hintergrund: Der TV-Sender RTL hatte die Casting-Folgen von DSDS vor ihrer Ausstrahlung der FSF vorgelegt. Diese hatte die von der KJM beanstandete Folge für das Nachmittagsprogramm freigegeben. Zu einer anderen Beurteilung kam die KJM: Sie bewertete die Folge als entwicklungsbeeinträchtigend für Kinder unter zwölf Jahren, wonach die Sendung erst ab 20 Uhr hätte ausgestrahlt werden dürfen. Die Grenzen des Beurteilungsspielraums der FSF wurden nach Einschätzung der KJM jedoch nicht eindeutig überschritten. Daher konnte die KJM keine Maßnahmen gegen RTL ergreifen.

Stellt die KJM einen Verstoß gegen die Jugendmedienschutzbestimmungen fest und hat eine von der KJM anerkannte Selbstkontrolleinrichtung die Grenzen ihres Beurteilungsspielraums überschritten, kann die KJM Maßnahmen gegen den Medienanbieter - etwa eine Beanstandung oder ein Bußgeld - durchsetzen.

Die Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) hat sich am 2. April 2003 konstituiert.

Sie nimmt gemäß dem Jugendmedienschutz-Staatsvertrag (JMStV) die Aufsicht über Rundfunk und Telemedien (Internet) wahr. Mitglieder sind sechs Direktoren der Landesmedienanstalten, vier von den Ländern und zwei vom Bund benannte Sachverständige.

Mitglieder der KJM:

Vorsitz: Prof. Dr. Wolf-Dieter Ring; stv. Vorsitz: Manfred Helmes

Prof. Dr. Ben Bachmair, Jochen Fasco, Thomas Fuchs, Folker Hönge, Cornelia Holsten, Thomas Krüger, Prof. Kurt-Ulrich Mayer, Elke Monssen-Engberding, Sigmar Roll,

Frauke Wiegmann

Stellvertretende Mitglieder:

Reinhold Albert, Dr. Gerd Bauer, Dr. Hans Hege, Martin Heine, Michael Hange,

Dr. Uwe Hornauer, Sebastian Gutknecht, Bettina Keil, Petra Meier, Petra Müller, 

Prof. Dr. Horst Niesyto, Prof. Wolfgang Thaenert

Für Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Leiterin der KJM-Stabsstelle, Verena Weigand,

Tel. 089/63808-262 oder E-Mail stabsstelle@kjm-online.de.

Diese Pressemitteilung finden Sie auch im Internet unter www.kjm-online.de.

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