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KJM-Pressemitteilung 08/2014; Schützen statt sperren: Gesamtstrategie für technischen Jugendmedienschutz gefordert

Für Eltern wird es in Zeiten der weltweiten Vernetzung und Globalisierung immer schwieriger, sich mit dem auseinanderzusetzen, was ihre Kinder im Internet sehen können. Deshalb spielt der technische Jugendmedienschutz eine immer größere Rolle. Die Frage nach praxisorientierten – und möglichst international akzeptierten – Lösungen stand im Mittelpunkt des Panels der Kommission für Jugendmedienschutz (KJM) im Rahmen der MEDIENTAGE MÜNCHEN.

Die von der KJM anerkannten Jugendschutzprogramme greifen auch bei ausländischen Angeboten und entfalten vor allem für jüngere Kinder eine große Schutzwirkung. Hier gelte es anzuknüpfen, so der KJM-Vorsitzende Siegfried Schneider in seiner Keynote. Optimierung in den Bereichen der Benutzerfreundlichkeit, Filterwirkung und Verbreitung seien nun die Herausforderungen. In dem Zusammenhang forderte er vorinstallierte Jugendschutzprogramme auf Providerebene: „Das bedeutet, dass Access Provider  standardmäßig vorinstallierte Jugendschutzprogramme anbieten, die erwachsene Nutzer in ihren Accounts entweder deaktivieren oder aktivieren müssten. Somit wären Kinder und Jugendliche vor unerwünschten und schädlichen Inhalten geschützt, ohne dabei erwachsenen Nutzern eine für sie inakzeptable Lösung vorzuschreiben.“

Gegen rein technische Lösungen wehrte sich Prof. Dr. Michael Rotert, Präsident von eco, Verband der Deutschen Internetwirtschaft: „Die Provider sind nicht dazu da, Inhalte zu filtern.“ Tanja Schorer-Dremel, Vorsitzende der Kinderkommission des Bayerischen Landtags, sah dagegen „in der Vorinstallation von Jugendschutzprogrammen an Endgeräten „eine große Hilfe für Eltern“. Ihr Anliegen sei es, „Rahmenbedingungen zu schaffen, die den Jugendschutz für die Eltern leichter machen“.

Diese Sichtweise teilte Otto Vollmers, Geschäftsführer der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM): „Wir brauchen eine Gesamtstrategie und Kompromissbereitschaft auf allen Seiten.“ Ein Schritt in die richtige Richtung sei in dem Zusammenhang die Schaffung eines Entwicklungs- und Finanzierungsfonds für Jugendschutzprogramme, der derzeit von Bund, Ländern und Wirtschaft erarbeitet werde.

Auf die Bedeutung der internationalen Akzeptanz angestrebter Lösungen verwies Felix Falk, Geschäftsführer Unterhaltungssoftware-Selbstkontrolle (USK). „Wir müssen mit unseren Ideen überzeugen – aber mit Ideen, die anschlussfähig sind. An den Wünschen der großen Konzerne vorbei geht es nicht.“ Dass der deutsche Jugendschutz in einem globalen Netz internationale Kriterien erfüllen müsse, bestätigte auch Friedemann Schindler, Leiter jugendschutz.net. Aber: „Das darf nicht heißen, dass man national die Hände in den Schoß legt. Wir müssen Visionen entwickeln und diese international kommunizieren.“

Einig waren sich die Podiumsteilnehmer, dass alle gesellschaftlichen Gruppen an der Lösungsfindung beteiligt sein müssten. Im Sinne eines effizienten Schutzes von Kindern und Jugendlichen seien sämtliche Akteure aufgefordert, ihren Beitrag zur Sicherung und Förderung des technischen Jugendmedienschutzes zu leisten.

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