die medienanstalten | 05/2019 |

Show, Soap und Sport: Barrierefreiheit im Fernsehen weiter auf dem Vormarsch

Ergebnisse des 6. Monitorings zur Barrierefreiheit der Landesmedienanstalten bekräftigen positiven Trend

Die Ergebnisse des sechsten Monitorings zur Barrierefreiheit bei den beiden großen Sendergruppen ProSiebenSat.1 und der RTL-Gruppe bereiten Grund zur Freude: Es gibt mehr einfache und speziell für Hörgeschädigte erstellte Untertitel als je zuvor, stellte die Gesamtkonferenz der Medienanstalten (GK) in ihrer gestrigen Sitzung in Berlin fest. Insbesondere beliebte Formate wie Shows, Soaps und Sportübertragungen werden Zuschauern mit Beeinträchtigungen zugänglich gemacht.

Die RTL-Gruppe baute mit durchschnittlich 13 Prozent ihre Programmfläche mit speziellen Untertiteln für Hörgeschädigte aus, womit sie das Vorjahresniveau der Sendergruppe ProSiebenSat.1 Media SE erreicht. Besonders hoch ist der Anteil mit 23 Prozent beim Sender VOX, hauptsächlich im Bereich Show („Höhle der Löwen“, „Kitchen Impossible“) und Soap („Milk & Honey“). Bei Sendern der Gruppe ProSiebenSat.1 Media SE werden bereits durchschnittlich 18 Prozent des Angebots untertitelt. Deutlich zugelegt hat ProSieben – der Sender liegt mit 37 Prozent Untertitelung besonders bei Showformaten, Fernsehpublizistik („Galileo am Sonntag“) sowie US-Serien und -Spielfilmen ganz vorn.

Die DLM-Vorsitzende Cornelia Holsten appelliert an die Programmveranstalter: „Die erneut gestiegenen Untertitelungsquoten zeigen, dass sich die privaten Sender immer mehr zur Barrierefreiheit bekennen. Ich wünsche mir, dass sich dieser Trend fortsetzt und Menschen mit Behinderungen zukünftig auch vor und hinter der Kamera zu finden sind. Liebe Sender, macht Menschen mit Behinderungen sichtbar!“

Mit dem Ziel, gleichberechtigte mediale Teilhabe von Menschen mit Beeinträchtigungen zu erreichen, führen die Medienanstalten seit 2013 jährlich Monitorings zur Barrierefreiheit im privaten Fernsehen durch. Im Fokus stehen die großen Senderfamilien – RTL und ProSiebenSat.1 Media SE – sowie kleinere Sender wie WELT, Disney Channel und DMAX.

Dass dem Thema Barrierefreiheit immer größere Bedeutung zukommt, zeigt auch die überarbeitete AVMD-Richtlinie, die ein deutliches Signal in Richtung eines verbindlichen barrierefreien Zugangs zu audiovisuellen Inhalten setzt. Die Anbieter werden durch die europäischen Vorgaben stärker als bisher in die Pflicht genommen, den Zugang für Menschen mit Behinderungen stetig und schrittweise zu verbessern. Auch die GK appelliert an die Veranstalter, die im Jahr 2019 den Ausbau der Untertitelung erweitern wollen, ihr Engagement konsequent fortzuführen.

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