Intermediäre und Meinungsbildung

Soziale Netzwerke, Instant-Messaging-Dienste, Suchmaschinen oder Videoportale – die so genannten Medienintermediäre – sind wesentliche Elemente des Kommunikations- und Informationsverhaltens online. Sie vermitteln zwischen denen, die journalistisch-redaktionelle Inhalte erstellen und den Rezipienten bzw. Nutzern auf der anderen Seite. Sie sind damit wichtige Gatekeeper, denn ihre in Algorithmen kodifizierten Aggregations-, Selektions- und Präsentationskriterien entscheiden darüber, wie viele und welche Nutzer ein Angebot erreicht.

Die Studie Intermediäre und Meinungsbildung ist Bestandteil des Medienvielfaltsmonitors der Medienanstalten. Sie ermittelt, analog zur Mediengewichtungsstudie, die informierende Tagesreichweite von Intermediären sowie ihre relative Bedeutung im Informationsmix der befragten Personen. Grundlage ist eine bevölkerungsrepräsentative Befragung von jährlich mehr als 4000 Personen.

Kernbefunde der aktuellen Erhebung (2021-I)

Die Tagesreichweite von Intermediären steigt auf hohem Niveau weiterhin an – und das bei allen Angeboten / Diensten. Sieben von zehn Personen ab 14 Jahren in Deutschland nutzen täglich Intermediäre. Sechs von zehn Personen nutzen täglich WhatsApp (60 %) und/oder Google (60 %), über ein Drittel YouTube (35 %), fast jeder vierte Facebook (23 %) und gut jeder fünfte Instagram (22 %).

Die Nutzung von Intermediären ist klar altersabhängig: Mehr als neun von zehn (95 %) der 14-29-Jährigen nutzen täglich Intermediäre, aber auch bei den über 50-Jährigen ist es schon jeder Zweite (51 %). Größere Unterschiede zeigen sich bei Sozialen Netzwerken und Videoportalen und geringere Unterschiede bei Suchmaschinen und Messenger-Diensten.

Intermediäre spielen eine zentrale Rolle bei der Information über das Zeitgeschehen. Fast jeder zweite (46%) / 33 Mio. Personen ab 14 Jahren nutzen täglich Suchmaschinen, soziale Netzwerke und Instant-Messenger-Dienste, um sich über das Zeitgeschehen zu informieren. Google ist dafür in allen Altersklassen meistgenutzter Intermediär, gefolgt von Youtube, Facebook und Instagram.

Besonders ausgeprägt ist die informierende Nutzung von Intermediären unter den Jüngeren. Für drei Viertel (75%) der 14- bis 29-Jährigen bestimmen Medienintermediäre mit, welche Informationen zum Zeitgeschehen aus Deutschland und der Welt im Internet wahrgenommen werden. Instagram belegt mittlerweile die zweite Position hinter Google Search bei der informierenden Nutzung. YouTube und Facebook folgen auf Rang 3 und 4.

Intermediäre spielen eine wichtige Rolle als Gatekeeper journalistisch-redaktionell erstellter Inhalte. Bei mittlerweile mehr als jedem vierten ab 14-Jährigen in Deutschland führt der Weg zu den Online-Infoquellen über Medienintermediäre (27,9 Prozent). Eine herausragende Rolle als Kontakthersteller spielen dabei Suchmaschinen. Rund jeder Zweite, der die Webangebote klassischer Medien oder originäre Onlineangebote als Infoquelle nutzt, gelangt aktuell über eine Suchmaschine dorthin. Das entspricht weit mehr als einem Fünftel der Bevölkerung ab 14 Jahren (22,3 Prozent).

Studie 2021-I "Intermediäre und Meinungsbildung"

Kontinuierliche Studie auf Basis der Mediengewichtungsstudie, einer Komponente des Medienvielfaltsmonitors der Medienanstalten

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Professionelle Beiträge bzw. als professionell wahrgenommene Postings in sozialen Medien stammen oft von Anbietern redaktionell-journalistischer Medienangebote, häufig aber auch von Unternehmen, die die sozialen Netzwerke als effektiven Marketingkanal nutzen.

Auch politische Akteure haben längst die kommunikativen Möglichkeiten der sozialen Medien entdeckt. Das Spektrum reicht von Postings politischer Interessensverbände, Parteien, Ministerien und Verwaltungen sowie politischen Einzelpersonen wie Parteipolitikern und Abgeordneten bis hin zu bezahlter politischer Werbung. Daneben treten die politischen Meinungsäußerungen und Diskussionsbeiträge von privaten Nutzern.

Die Medienanstalten haben vor diesem Hintergrund gezielt nach der Wahrnehmung und dem Umgang der Nutzer von Intermediären mit politischer Kommunikation und Werbung gefragt. Die Ergebnisse weisen auf die große Relevanz hin, die intermediäre Dienste mittlerweile auch in der direkten politischen Ansprache der Bürger haben: Knapp drei Viertel der Nutzer Sozialer Medien nehmen politische Botschaften auf Facebook, Instagram und/oder Twitter wahr.
 

Medienvielfaltsmonitor

Mit dem Medienvielfaltsmonitor untersuchen und dokumentieren die Medienanstalten kontinuierlich die Entwicklung der Rundfunk- und Medienlandschaft in Deutschland.

https://medienvielfaltsmonitor.de

Mediengewichtungsstudie

Die Mediengewichtungsstudie ermittelt das Gewicht der Mediengattungen Fernsehen, Hörfunk, Tageszeitungen, Zeitschriften und Internet für die Meinungsbildung der Bevölkerung.

Mediendatenbank

Die Mediendatenbank enthält Informationen zu Unternehmensbeteiligungen in Fernsehen, Hörfunk, Presse und Online. Auf ihrer Grundlage werden die Inhaber- und Beteiligungsverhältnisse im Medienvielfaltsmonitor ermittelt.

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Archiv

2020

2020 - II: Kontinuierliche Studie auf Basis der Mediengewichtungsstudie, einer Komponente des Medienvielfaltsmonitors der Medienanstalten

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2020 - I: Kontinuierliche Studie auf Basis der Mediengewichtungsstudie, einer Komponente des Medienvielfaltsmonitors der Medienanstalten

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Beitrag: Medienintermediäre und Meinungsbildung

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2019

2018

2017

2016