Schwerpunktstudie politische Kommunikation im Superwahljahr

Politische Kommunikation und politische Werbung finden zunehmend online statt. Denn auch politische Akteure haben längst die kommunikativen Möglichkeiten der Sozialen Medien entdeckt. Das Spektrum reicht von Postings politischer Interessenverbände, Parteien, Ministerien und Verwaltungen sowie politischen Einzelpersonen bis hin zu bezahlter politischer Werbung. Daneben treten die politischen Meinungsäußerungen und Diskussionsbeiträge von privaten Nutzerinnen und Nutzern.

Suchmaschinen, Soziale Netzwerke und Instant-Messaging-Dienste spielen hier als Intermediäre eine besonders wichtige Rolle. Sie erschließenden den Nutzenden Inhalte aus zahlreichen unterschiedlichen Quellen, filtern sie unter Zuhilfenahme von Algorithmen und bündeln sie zu personalisierten Informationsangeboten.

Im Superwahljahr 2021 haben die Medienanstalten deswegen eine Schwerpunktstudie in Auftrag gegeben. Im Zeitraum vom 8. August bis zum Wahltag am 25. September 2021 wurde gezielt nach der Wahrnehmung und dem Umgang der Nutzerinnen und Nutzer von Intermediären mit politischer Kommunikation und Werbung gefragt.

Kernbefunde der aktuellen Erhebung (2020 II)

Informationsquelle zur Bundestagswahl: Das Fernsehen ist für knapp zwei Drittel das wichtigste Medium, um sich über die Bundestagswahl zu informieren. Rund 43 Prozent finden Soziale Medien oder Onlineangebote, die es nur im Internet gibt, beispielsweise Web- oder Nachrichtenportale, am wichtigsten. Allerdings gibt es hier deutliche Unterschiede nach Alter und Bildungsgrad: Für mehr als 40 Prozent der unter 30-Jährigen und der formal Hochgebildeten zählen Internetangebote und soziale Medien zu den wichtigsten Informationsquellen.

Wahrnehmung politischer Botschaften in sozialen Medien: 66 Prozent derer, die zumindest selten Facebook, Instagram, TikTok oder Twitter nutzen, nehmen dort im Vorwahlzeitraum politische Botschaften wahr – ein leichter Anstieg im Vergleich zur Erhebung 2019-II. Während der Covid-19-Pandemie war die Wahrnehmung politischer Kommunikation zuvor deutlich angestiegen. Vor der Bundestagswahl werden insbesondere Botschaften von Parteien vermehrt registriert.

Thema vs. Person: Die wahrgenommenen Botschaften sind mehrheitlich themenbezogen –mit Ausnahme von Twitter: Hier wird der höchste Anteil personenbezogener Botschaften erinnert (26 Prozent).

Werbeformen: Klassische Plakat- und TV-Werbung liegen im Vorwahlzeitraum vorne. Insgesamt erinnern sich zwei Drittel an politische Werbung auf Plakaten und 41 Prozent an TV-Werbung. Auch hier gibt es Unterschiede in den Altersgruppen. Die 14 bis 29-Jährigen nehmen Werbung vor allem in sozialen Medien und dem Internet wahr –gleichzeitig erinnern sie sich seltener an TV Werbung.

Studie 2021-I "Politische Kommunikation und politische Werbung im Superwahljahr"

Schwerpunktstudie auf Basis der Mediengewichtungsstudie, einer Komponente des Medienvielfaltsmonitors der Medienanstalten

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Medienvielfaltsmonitor

Mit dem Medienvielfaltsmonitor untersuchen und dokumentieren die Medienanstalten kontinuierlich die Entwicklung der Rundfunk- und Medienlandschaft in Deutschland.

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Mediengewichtungsstudie

Die Mediengewichtungsstudie ermittelt das Gewicht der Mediengattungen Fernsehen, Hörfunk, Tageszeitungen, Zeitschriften und Internet für die Meinungsbildung der Bevölkerung.

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Die Mediendatenbank enthält Informationen zu Unternehmensbeteiligungen in Fernsehen, Hörfunk, Presse und Online. Auf ihrer Grundlage werden die Inhaber- und Beteiligungsverhältnisse im Medienvielfaltsmonitor ermittelt.

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