Intermediäre und Meinungsbildung

Intermediäre erschließen ihren Nutzern im Internet Inhalte aus unterschiedlichen Quellen. Ihre Algorithmen filtern, bewerten und personalisieren Informationen. Deshalb wurden im Rahmen des MedienKonvergenzMonitors der Medienanstalten 2016 zwei Schwerpunktstudien in Auftrag gegeben.

Die Studien befassen sich aus unterschiedlichen Perspektiven mit dem Thema Intermediäre und Meinungsbildung. Die bevölkerungsrepräsentative Befragung von Kantar TNS Media Research gibt Aufschluss über Intensität und Motive der Nutzung von Intermediären.

Die qualitative Studie des Hans-Bredow-Instituts liefert Einblicke, wie Intermediäre in konkrete Praktiken und Netzwerke der Meinungsbildung eingebunden sind.

Über die Hälfte der Online-Nutzer ab 14 Jahren in Deutschland nutzen den Ergebnissen von Kantar TNS zufolge täglich Intermediäre. Damit haben Intermediäre eine annähernd so hohe Tagesreichweite wie das Internet insgesamt.

Über ein Drittel der Gesamtbevölkerung nutzt Intermediäre an einem Durchschnittstag, um sich über das Zeitgeschehen zu informieren. Die Ergebnisse zeigen zudem, dass insbesondere die Angebote von Google (Alphabet) und Facebook bedeutsame Tagesreichweiten in der deutschen Bevölkerung erzielen, vergleichbar mit denen des Rundfunks.

Die Studie des Hans-Bredow-Instituts zeigt, dass alle Intermediäre bei ihren Nutzern Teil der Wissens- und Informationssuche sind, wenngleich sie sich unterschiedlich für die Informationsbedürfnisse eignen. Insbesondere Facebook und YouTube unterstützen – auch im Zusammenspiel mit den Angeboten der klassischen Medien – die Wahrnehmung von gesellschaftlichen Problemen, Deutungen und Meinungsverteilungen. Für die Formierung eigener Einstellungen und Meinungen sowie daraus resultierender Handlungsabsichten sind allerdings die Face-to-Face-Kommunikation mit dem eigenen sozialen Umfeld sowie die Berichterstattung publizistischer Medien nach wie vor bedeutsam.

Imtermediäre & Meinungsbildung: Chartreports und Schlussbericht