Mediengewichtungsstudie

Die Mediengewichtungsstudie ermittelt auf Grundlage einer bevölkerungsrepräsentativen Befragung das Gewicht der Mediengattungen Fernsehen, Hörfunk, Tageszeitungen, Zeitschriften und Internet für die Meinungsbildung der Bevölkerung. Zu diesem Zweck werden die Tagesreichweiten erhoben, die auf informative Zwecke entfallen, sowie die subjektive Wichtigkeit der einzelnen Mediengattungen als Informationsquelle zum Zeitgeschehen.

Die Mediengewichtungsstudie ist wesentlicher Bestandteil des Medienvielfaltsmonitors. Auf ihrer Grundlage werden halbjährlich die Gattungsgewichte zur Berechnung des Medienvielfaltsmonitors ermittelt.

Seit 2018 erhebt die Mediengewichtungsstudie auch Ergebnisse über die Mediennutzung zu regionalen und lokalen Themen.

Kernbefunde der aktuellen Erhebung (2021/1)

  • Die informierende Mediennutzung in Deutschland ist weiterhin überdurchschnittlich. Neun von zehn (89%) der Personen in Deutschland haben sich gestern im TV, Internet, Radio, in Tageszeitungen oder in Zeitschriften über das Zeitgeschehen informiert.
  • Die höchste informierende Tagesreichweite verzeichnet dabei nach wie vor das Fernsehen (56%), gefolgt vom Internet (53%) und Radio, dass von gut 47% der deutschsprachigen Bevölkerung ab 14 Jahren täglich genutzt wird, um sich über das Zeitgeschehen zu informieren.
  • Das Internet erfährt im Corona-Jahr den größten „Nutzungsschub“ und wächst weiter. Um 14 Prozentpunkte ist seine informierende Tagesreichweite seit 2019 gestiegen. Der Abstand zum „Info-Leitmedium“ Fernsehen schrumpft auf ein historisches Tief von nur noch 2,9 Prozentpunkten zusammen.
  • Die crossmedialen Nutzung klassischer Medienangebote erfährt einen pandemiebedingten Schub. Weit mehr als ein Drittel der Bevölkerung (37%) ab 14 Jahren informiert sich täglich anhand der Onlineangebote klassischer Medien. Das sind 26,5 Mio. Personen ab 14 Jahren.
  • Die größte lokal informierende Tagesreichweite hat mittlerweile das Internet (41%). 33,2 Prozent Prozent der Personen über 14 Jahre informieren sich an einem Durchschnittstag über das Radio, an Nummer 3 folgen mit 26,6 Prozent Tagesreichweite die Tageszeitungen. Jeder Vierte (24,4 Prozent) erfährt über das Fernsehen, was an seinem Wohnort oder der direkten Umgebung los ist.

 

Sonderauswertung Info-Typen

Betrachtet man das Problem der Meinungskontrolle aus Rezipientensicht, dann dürfte die Meinungsmacht eines Mediums maßgeblich auch von der Größe und Struktur des individuellen Medienrepertoires abhängen. Diesen „Repertoiregedanken“ aufgreifend wurde auf Basis der Daten für das Jahr 2020 mittels Clusteranalyse Info-Typen identifiziert, die sich in erster Linie darin voneinander unterscheiden, welche und wie viele verschiedene Medien – oder allgemeiner gesagt „Kanäle“ – mit welcher Intensität zur Information genutzt werden.

Dabei lassen sich sechs verschiedene Info-Typen unterscheiden:

  • Informierte Allrounder
  • Nebenbei informierte Zuschauer
  • Infoaffine Zeitungsleser
  • Anspruchsvolle Info-Experten
  • Info-Snacker
  • Online-first-or-onlys

Mehr Details zu den identifizierten Info-Typen finden Sie im Chartreport und im Beitrag zur Mediengewichtungsstudie im Vielfaltsbericht der Medienanstalten. 

Medienvielfaltsmonitor

Mit dem Medienvielfaltsmonitor untersuchen und dokumentieren die Medienanstalten kontinuierlich die Entwicklung der Rundfunk- und Medienlandschaft in Deutschland.

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Mediendatenbank

Die Mediendatenbank enthält Informationen zu Unternehmensbeteiligungen in Fernsehen, Hörfunk, Presse und Online. Auf ihrer Grundlage werden die Inhaber- und Beteiligungsverhältnisse im Medienvielfaltsmonitor ermittelt.

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