MedienGewichtungsStudie

Die MedienGewichtungsStudie ermittelt auf Grundlage einer bevölkerungsrepräsentativen Befragung das Gewicht der Mediengattungen Fernsehen, Hörfunk, Tageszeitungen, Zeitschriften und Internet für die Meinungsbildung der Bevölkerung. Zu diesem Zweck werden die Tagesreichweiten erhoben, die auf informative Zwecke entfallen, sowie die subjektive Wichtigkeit der einzelnen Mediengattungen als Informationsquelle zum Zeitgeschehen.

Die MedienGewichtungsStudie ist wesentlicher Bestandteil des MedienVielfaltsMonitors. Auf ihrer Grundlage werden halbjährlich die Gattungsgewichte zur Berechnung des MedienVielfaltsMonitors ermittelt.

Seit 2018 erhebt die MedienGewichtungsStudie auch Ergebnisse über die Mediennutzung zu regionalen und lokalen Themen.

Kernbefunde der aktuellen Erhebung

  • Der Rundfunk liegt bei der informierenden Tagesreichweite an der Spitze. Mehr als jeder Zweite (57 %) informiert sich täglich im Fernsehen über das (nationale und internationale) Zeitgeschehen, 48 % nutzen hierfür täglich das Radio.
  • TV und Internet haben das höchste Meinungsbildungsgewicht, wenn die subjektive Relevanzzuschreibung als wichtigstes Informationsmedium mitberücksichtigt wird. Das Meinungsbildungsgewicht des Internets steigt seit Jahren kontinuierlich an.
  • Radio und Internet dominieren die Informationsnutzung im Lokalen noch vor den Tageszeitungen. Gut jeder Dritte informiert sich täglich im Radio und/oder Internet zum lokalen Zeitgeschehen.
  • Das größte Meinungsbildungsgewicht im Lokalen kommt den Tageszeitungen zu. Trotz kontinuierlich rückläufiger Nutzungszahlen, erfahren Tageszeitungen eine besonders hohe subjektive Relevanzzuschreibung. Das Internet liegt knapp dahinter auf Platz zwei, Radio folgt an dritter Stelle.
  • Die unter 29-Jährigen unterscheiden sich stark vom Rest der Bevölkerung, sowohl in ihrer Mediennutzung als auch in Ihrer Relevanzzuschreibung. Das Meinungsbildungsgewicht des Internet liegt in dieser Gruppe fast doppelt so hoch wie das des Rundfunks insgesamt.

 

Die Corona-Krise hat unseren Alltag auf den Kopf gestellt und beeinflusst ihn seither nachhaltig. Damit einher geht ein deutlicher Anstieg des Informationsbedürfnisses der Bürgerinnen und Bürger. Um das Informationsverhalten während der Corona-Krise besser zu verstehen, haben die Medienanstalten im Rahmen der Mediengewichtungsstudie des Medienvielfaltsmonitors eine Schwerpunktstudie zu diesem Thema beauftragt.

Die Ergebnisse zeigen, dass die informierende Mediennutzung seit Beginn der Corona-Pandemie deutlich gestiegen ist. Die informierende Tagesreichweite im „Corona-Zeitraum“ liegt mit 95% elf Prozentpunkte höher als vor der Krise. Im Altersvergleich zeigt sich, dass vor allem die unter Vierzigjährigen im Corona Zeitraum deutlich häufiger als zuvor Medien zu Informationszwecken genutzt haben.

Das Fernsehen ist mit 63% informierender Tagesreichweite Spitzenreiter für Informationen während der Corona-Pandemie, gefolgt von Internet (58%), Radio (56%) und den Tageszeitungen (31,4%).

Den höchsten Zugewinn an informierender Tagesreichweite verzeichnet das Internet mit 19 Prozentpunkten, Fernsehen und Radio konnten jeweils gut 10 Prozentpunkte zulegen, wohingegen die Zunahme der informierenden Nutzung bei Tageszeitungen und Zeitschriften mit etwas mehr als 2 Prozentpunkten vergleichsweise gering ausgefallen ist. Allerdings handelt es sich bei über das Internet verbreiteten Informationen häufig um Content traditioneller Rundfunk- oder auch Printunternehmen. Mehr als ein Drittel der Bevölkerung hat zudem neue Online-Angebote wie z.B. Online-Kurse, Livestreams oder Websites mit Angeboten für Corona-Betroffene genutzt.

Die Reichweitengewinne des Internets spiegeln sich deutlich in der informierenden Nutzung von Intermediären. Jeder Zweite hat während der Corona-Pandemie Google, Facebook und Co. informierend genutzt. Das entspricht einer Zunahme der informierenden Tagesreichweite von 22 Prozentpunkten gegenüber dem Zeitraum vor der Pandemie.

Vier von fünf Personen in Deutschland geben an, dass es ihnen wichtig oder sehr wichtig ist, Informationen über die lokale Corona-Situation zu bekommen. Dieses Bedürfnis spiegelt sich auch deutlich in den Tagesreichweitengewinnen lokaler Medienangebote. Die meisten Menschen nutzen das Internet, das Radio und die Tageszeitungen, um sich über das lokale Geschehen zu informieren. Aber auch die informierende Tagesreichweite des Fernsehens konnte im Corona-Zeitraum deutlich zulegen.

 

MedienVielfaltsMonitor

Mit dem Medienvielfaltsmonitor untersuchen und dokumentieren die Medienanstalten kontinuierlich die Entwicklung der Rundfunk- und Medienlandschaft in Deutschland.

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Mediendatenbank

Die Mediendatenbank enthält Informationen zu Unternehmensbeteiligungen in Fernsehen, Hörfunk, Presse und Online. Auf ihrer Grundlage werden die Inhaber- und Beteiligungsverhältnisse im Medienvielfaltsmonitor ermittelt.

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