Junger Mann im Radiostudio

Radio

Auch in Zeiten der Digitalisierung und der Medienkonvergenz gehört das Radio zu den am meisten genutzten Medien in Deutschland. Es genießt hohes Vertrauen bei den Hörern, bietet ein vielfältiges Programmangebot und überzeugt Werbekunden mit hohen Reichweiten.

Das Programmangebot der deutschen Privatradios ist von großer Vielfalt und landestypischen Angeboten geprägt. Anfang 2017 waren hierzulande rund 300 private Radioprogramme auf Sendung.

Radio fand bislang vor allem lokal und regional statt. Das Lokalradio hat in den vergangenen Jahren durch die Förderung der Medienanstalten einen deutlichen Auftrieb erhalten.


Welche privaten Hörfunksender in einem Bundesland auf Sendung sind, erfahren Sie auf den Internet-Seiten der einzelnen Landesmedienanstalten.

Der bundesweite Hörfunk nimmt im deutschen Privatradiomarkt eine Sonderstellung ein. Das Gros seiner Programme wird nicht – wie im landesweiten und lokalen Hörfunk – über UKW ausgestrahlt. Stattdessen nutzen die Anbieter Satellit, Kabel und DAB+, um ihre Angebote zu den Hörern zu bringen.

Mehr über Programmentwicklung und wirtschaftliche Lage des privaten Hörfunk erfahren Sie im aktuellen Jahrbuch.

Mehr zum Thema

Kapitel Privater Hörfunk aus dem aktuellen Jahrbuch

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Verzeichnis Hörfunk

Auszug aus dem aktuellen Jahrbuch der Medienanstalten

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Radioempfang in Deutschland

Grafik aus dem Digitalisierungsbericht der Medienanstalten 2017 zur meistgenutzten Radioempfangsart

Meistgenutzte Radioempfangsart/Daten aus dem Digitalisierungsbericht 2017 (Quelle: die medienanstalten/Kantar TNS)

Die Digitalisierung des Hörfunks spielte im Vergleich zu der des Fernsehens lange Zeit eine eher untergeordnete Rolle. Dies ändert sich aktuell, wenngleich noch ein langer Weg bis zur Volldigitalisierung des Radioempfangs zu gehen ist.

Die Medienanstalten haben sich immer wieder für die Digitalisierung der terrestrischen Hörfunkübertragung ausgesprochen. Digitales Radio bietet zahlreiche Vorteile gegenüber der analogen Übertragungstechnik. Es bedeutet verbesserte Empfangsqualität und eröffnet die Möglichkeit eines breiteren Programmangebots.

Ein wichtiger Meilenstein wurde mit der Zuweisung eines zweiten bundesweiten Digitalradio-Multiplexes erreicht. Die Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK) hat 2017 hierzu eine Auswahlentscheidung für die Belegung getroffen.

Digitalradio entwickelt sich in Deutschland in immer größeren Schritten. Den Ergebnissen der Studie von Kantar TNS zum Digitalisierungsbericht 2017 zufolge steigt die Anzahl der Haushalte mit einem Empfangsgerät für Digitalradio erneut kontinuierlich an und auch das Internetradio gewinnt deutlich. Dagegen ist der Radioempfang über Kabel und Satellit leicht rückläufig. Bemerkenswert stabil ist weiterhin das Radiohören über UKW, das für gut drei Viertel der Bevölkerung weiterhin die meist genutzte Radioempfangsmöglichkeit ist.

Der Trend zum Radiohören über digitale Empfangswege und Geräte ist jedoch unübersehbar und vor allem bei den unter 40‑Jährigen wächst die Radionutzung über das Internet und/oder DAB+. Von der Debatte über die richtige Digitalstrategie sind die Hörer offensichtlich wenig beeindruckt. Sie nutzen immer stärker beide digitale Empfangsarten und suchen sich je nach Empfangsort und Präferenz die geeignete Empfangsmöglichkeit aus.

Die Nutzung von DAB+

Die Marktdurchdringung mit DAB+-fähigen Radiogeräten ist in den letzten Jahren stetig gestiegen. Dies belegen die Ergebnisse des Digitalisierungsberichts der Medienanstalten.

Trotz dieses Wachstums lassen sich die über das terrestrische Digitalradio erzielten Reichweiten für die privaten Anbieter nur unzureichend vermarkten.

2016 haben die Medienanstalten und Partner die agma-Tochter mmc mit einer Pilotstudie DAB+ Nutzung beauftragt. Diese Studie hat erstmals repräsentative Reichweiten der DAB+-Programmangebote ermittelt. Gleichzeitig liefert die Studie Nutzungsdaten des Empfangswegs DAB+ insgesamt.

Die DAB+-Reichweitenstudie wurde 2017 in weiterentwickelter Form fortgesetzt. Gleichzeitig wird gemeinsam mit der agma an einer Fusion der DAB+-Reichweiten in die ma Audio gearbeitet. Ab 2018 wird die DAB+-Reichweitenstudie als ma-Studie unter dem Dach der agma durchgeführt. Im Herbst 2018 wird die konvergente Reichweitenausweisung der ma Audio dann erstmals  auch die der DAB+-Programmangebote enthalten.

Radio-Technik

UKW

UKW steht für die Radioübertragung per Ultrakurzwelle und ist das am meisten genutzte Übertragungssystem für den Hörfunk. Die erdgebundene Übertragung von Rundfunksignalen wird auch als Terrestrik bezeichnet. Analoge Terrestrik ist der klassische Verbreitungsweg des Hörfunks. Die Tondaten werden mit Hilfe des UKW-Standards übertragen. In Deutschland und Europa werden UKW-Hörfunkprogramme im Frequenzbereich 87.5 MHz – 108.0 MHz ausgestrahlt. Die Programme haben überwiegend lokale, regionale oder auch landesweite Versorgungsgebiete. Der Empfang von analogem Radio ist mit Hilfe eines „klassischen“ Radios als Empfangsgerät möglich. Ein guter Empfang über UKW ist nur bei „Sichtkontakt“ zwischen Sender und Empfänger gewährleistet. Zur Weiterentwicklung von UKW wird seit einigen Jahren die Digitalisierung des terrestrischen Hörfunks vorangetrieben.

DAB+

DAB+ (Digital Audio Broadcasting) steht für die digitale Verbreitung von Audiosignalen über Antenne. DAB+ ist die technische Weiterentwicklung des in den 90er Jahren in Deutschland gestarteten DAB-Systems. Das System basiert nicht mehr wie bei UKW auf einzelnen Sendefrequenzen für ein Programm, sondern auf 1,5 MHz breiten Frequenzblöcken, in denen 15 bis 18 Hörfunkprogramme sowie zusätzlich Informationsdienste gleichzeitig übertragen werden können. Die Verbreitung geschieht über terrestrische Sender. Der Auf- und Ausbau der technischen Infrastruktur erfasst bereits fast 90 Prozent der Bevölkerung in Deutschland - mit steigender Tendenz.

DAB+ verwendet eine deutlich effizientere Audiokomprimierung, wodurch auch bei relativ niedrigen Datenraten eine akzeptable Klangqualität erreicht wird. Damit ist im Vergleich zum bisherigen DAB die Übertragung von deutlich mehr Hörfunkprogrammen innerhalb eines Ensembles und eine wirtschaftlichere Nutzung von Ressourcen möglich.

Mit DAB+ steht den Programmveranstaltern ein multimediales Rundfunksystem zur Verfügung, welches Optionen bereitstellt, die ganz individuell auf die Erfordernisse der zu übertragenden Inhalte ausgewählt werden können. Neben der Übertragung von Hörfunk stehen auch Transportmechanismen zur Versendung von beliebigen Daten zur Verfügung. So können beispielsweise auch Verkehrsinformationen (TMC oder TPEG) und ein elektronischer Programmführer (EPG) versendet werden. Alle genannten Optionen der Systemfamilie lassen sich beliebig in einem Ensemble kombinieren.

Internetradio (Webradio)

Als Internetradio (Webradio) bezeichnet man ein Internet-basiertes Angebot an Radiosendungen. Die Übertragung von Hörfunkprogrammen über das Internet wird als Internetradio bezeichnet. Dabei handelt es sich um keine Rundfunkübertragung im herkömmlichen Sinn, bei der eine unbegrenzte Anzahl von Hörern ein Programm von einem Sender empfangen kann, sondern um eine individuelle Verbindung mit einem sogenannten Streaming-Server. Im Gegensatz zur Rundfunktechnik ist über Internet, je nach Leistungsfähigkeit der Streaming-Server, nur eine begrenzte Anzahl von Hörern gleichzeitig zu erreichen. Die Infrastrukturkosten, die den Programmanbieter belasten, sind dabei von der Anzahl der Nutzer abhängig.

Internetradio kann jedoch auf der ganzen Welt empfangen werden, sofern ein breitbandiger Internetanschluss ohne Beschränkungen (Inhaltsfilterung) zur Verfügung steht.

Internet-Broadcasting unterscheidet sich von konventionellen Sendern vor allem durch die im Vergleich zu herkömmlichen Stationen geringere Hörerzahl. Ein Beispiel sind Universitätssender, die ihre Programme über das Internet bereitstellen. Das Webradio wird von zahlreichen Radiosendern als alternative Übertragungstechnik für eine Zweitverwertung ihrer Programme genutzt. Der Empfang soll so auch Hörern ermöglicht werden, die das Programm weder terrestrisch noch über Satellit oder Kabel empfangen können. Die Übertragung von aktuellen Programmen wird häufig durch Archivierung und Bereitstellung früher gesendeter Beiträge ergänzt (On-Demand-Streaming). Zahlreiche Radiosender bieten zumindest Teile ihrer Programme via Live-Streaming über das Internet an.

Anmeldung Internetradio

Internetradios sind seit dem 1. Juni 2009 zulassungsfrei, aber anmeldepflichtig. Das entsprechende Formular finden Sie hier. Personen, die keine Rundfunkzulassung erhalten, können (vgl. § 20a RStV), dürfen auch kein Internetradio veranstalten. 

Anzeigeformular Internetradio

Eine Übersicht über die bisher angezeigten Internetradios finden Sie unter Zulassung