Marktanalyse journalistische Plattformen und News-Aggregatoren

Die Sicherung von Transparenz und die Gewährleistung der diskriminierungsfreien Auffindbarkeit von Medienangeboten sind Kernbestandteile der Regulierung von Medienplattformen, Benutzeroberflächen und Medienintermediären. Für journalistisch-redaktionell gestaltete Angebote werden Plattformen wie z.B. Google News, Upday oder das Apple News Widget immer wichtiger, um ihre Nutzenden zu erreichen.

Um den Markt, die Geschäftsmodelle und die relevanten plattformökonomischen Strategien sowie ihre möglichen Rückwirkungen auf die Auffindbarkeit von Inhalten besser zu verstehen, haben die Medienanstalten eine Marktanalyse zu journalistischen Plattformen und News Aggregatoren beauftragt. Die Untersuchung wurde von einem renommierten Team von Wissenschaftlern durchgeführt. Beteiligt waren Prof. Dr. Andreas Will (Universität Ilmenau); Jun. Prof. Dr. Christopher Buschow (Universität Weimar / Hamburg Media School) und M.A. Jonas Weber (Universität Ilmenau).

 

Kernergebnisse der Studie:

Entwicklung des Marktes für journalistische Plattformen

Der Markt der journalistischen Plattformen in Deutschland ist seit 2020 gewachsen. 63 Plattformen waren im Mai 2023 am Markt aktiv. Eine anhaltende Gründungs- und Marktdynamik ist erkennbar. Allerdings ist mit Axel Springer nur ein einziger deutscher Verlag in diesem Marktsegment tätig – die meisten Anbieter sind „branchenfremd“.

Marktkonzentration: Überragende Relevanz einiger weniger Plattformen

Nur wenige der journalistischen Plattformen am Markt werden von den befragten Inhalteanbietern als relevant eingestuft. Es zeigt sich eine markante Konzentration auf einzelne Plattformen, die auch für deren Meinungsbildungsrelevanz angenommen werden kann. Die Interviews belegen, dass Google Discover und Google News bei weitem die wichtigsten Aggregatoren sind.

Große Relevanz nativer News Aggregatoren

Neben den Google Produkten sind Aggregatoren wie Microsoft Start, Apple News und Pocket in andere Softwareprodukte wie Betriebssysteme oder Browser integriert. Da sie dadurch neue Reichweite für Journalismus organisieren, spielen sie eine herausgehobene Rolle für die Inhalteanbieter.

Zugang, Algorithmen und Transparenz

Inhalteanbieter sehen insbesondere die Unvorhersehbarkeit und Änderungen der Algorithmen als problematisch. Sie können die Auffindbarkeit und damit die Geschäftstätigkeit der Inhalteanbieter unvorhersehbar beeinträchtigen. Zudem ist es möglich, dass die Auswahl- und Sortierungskriterien der Algorithmen Angebote kleinerer Anbieter systematisch benachteiligen. Umso wichtiger ist ein angemessener Grad an Transparenz. Transparenzhinweise bezüglich des Zugangs zu Plattformen und zur Auswahl, Sortierung und Auffindbarkeit von Inhalten sind noch nicht durchgängig zufriedenstellend umgesetzt.