Mediengewichtungsstudie

Die Mediengewichtungsstudie ermittelt auf Grundlage einer bevölkerungsrepräsentativen Befragung das Gewicht der Mediengattungen Fernsehen, Hörfunk, Tageszeitungen, Zeitschriften und Internet für die Meinungsbildung der Bevölkerung. Zu diesem Zweck werden die Tagesreichweiten erhoben, die auf informative Zwecke entfallen, sowie die subjektive Wichtigkeit der einzelnen Mediengattungen als Informationsquelle zum Zeitgeschehen.

Die Mediengewichtungsstudie ist wesentlicher Bestandteil des Medienvielfaltsmonitors. Auf ihrer Grundlage werden die Gattungsgewichte zur Berechnung des Medienvielfaltsmonitors ermittelt.

Seit 2018 erhebt die Mediengewichtungsstudie auch Ergebnisse über die Mediennutzung zu regionalen und lokalen Themen.

Kernbefunde der aktuellen Erhebung (2023/1)

  • Sinkende Info-Nutzung: Im Vergleich zum Vorjahr informieren sich weniger Menschen in den Medien zum Zeitgeschehen. Rund 86% der Bevölkerung nehmen täglich Informationen wahr, zuvor waren es noch etwa 89%. Damit liegt die informierende Tagesreichweite nur noch knapp über dem Vor-Corona-Niveau.
  • Internet erstmals an der Spitze: Das Internet ist das Informationsmedium mit der höchsten Tagesreichweite in der Gesamtbevölkerung. Mit 52 % liegt es zum ersten Mal knapp vor dem Fernsehen (50%). Es schließen sich an: Radio (45 %), Zeitungen (31 %) und Zeitschriften (9 %).
  • Info-Nutzung bleibt klar altersabhängig: Jüngere Menschen nehmen weiterhin mehr Informationen über das Internet wahr; ältere tun dies stärker über TV und Tageszeitung. So informieren sich mehr als 70 % der unter 30-Jährigen an einem Durchschnittstag online. Bei den über 50-Jährigen ist es in etwa der gleiche Anteil, der das im Fernsehen tut.
  • Lokal informierende Tagesreichweite: Das Internet liegt vorn. Knapp ein Drittel der Befragten erfahren an einem Durchschnittstag im Internet, was in ihrer direkten Umgebung los ist. Auf Platz 2 liegt das Radio, gefolgt von Tageszeitung und TV. Besonders bei den unter 50-Jährigen nimmt die lokal informierende Mediennutzung insgesamt ab.
  • Subjektive Bedeutung: Internet bleibt am wichtigsten. Für gut vier von zehn Personen ist das Internet die wichtigste Infoquelle, für knapp 30% ist das Fernsehen am wichtigsten. Die subjektiv wichtigsten Medien für lokale Infos sind die Tageszeitung und das Internet. Sie liegen jetzt gleichauf, im Vorjahr war die Tageszeitung noch knapp vorn.
  • Digitale Angebote klassischer Medien weiterhin vorn: Knapp ein Viertel der Personen über 14 Jahre gibt an, sich am Vortag über e-Paper, Internetseite, App oder Podcast einer Tageszeitung informiert zu haben. Mit nur geringem Abstand liegen die Online-Angebote von Fernsehsendern auf Platz 2. Digitale Angebote werden in den jüngeren Alterskohorten nach wie vor häufiger genutzt.
  • Für unter 30-Jährige sind Soziale Medien der wichtigste Info-Touchpoint. Sie liegen in dieser Alterskohorte knapp vor Internetangeboten. In der Gesamtbevölkerung sind gleichbleibend zur Vorwelle Angebote von TV-Sendern der wichtigste Zugang zu Infos zum Zeitgeschehen.

Medienvielfaltsmonitor

Mit dem Medienvielfaltsmonitor untersuchen und dokumentieren die Medienanstalten kontinuierlich die Entwicklung der Rundfunk- und Medienlandschaft in Deutschland.

https://medienvielfaltsmonitor.de

Mediendatenbank

Die Mediendatenbank enthält Informationen zu Unternehmensbeteiligungen in Fernsehen, Hörfunk, Presse und Online. Auf ihrer Grundlage werden die Inhaber- und Beteiligungsverhältnisse im Medienvielfaltsmonitor ermittelt.

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