Demokratie unter Druck: Freie Meinungsbildung braucht Vielfalt und gemeinsame Verantwortung
Geopolitische Umbrüche, gesellschaftliche Polarisierung und schwindendes Vertrauen in Politik und Medien stellen unsere Demokratie vor große Herausforderungen. Gleichzeitig verändern globale Plattformen, Algorithmen und Künstliche Intelligenz grundlegend, wie Menschen sich informieren, miteinander diskutieren und politische Meinungen bilden.
Was hält unsere demokratische Öffentlichkeit unter diesen Bedingungen zusammen? Wie sichern wir Meinungsfreiheit und Medienvielfalt? Und wer trägt dafür Verantwortung? Diesen grundlegenden Fragen widmet sich die Gremienvorsitzendenkonferenz (GVK) der Landesmedienanstalten bei den Medientagen München 2026 mit ihrem Panel „Demokratie unter Druck – Meinungsfreiheit, Plattformen und Verantwortung“.
Demokratische Öffentlichkeit lässt sich nicht allein politisch, journalistisch oder durch Regulierung sichern. Wir brauchen verlässliche Medien, verantwortliche Plattformen und eine starke, staatsferne Medienaufsicht. Unverzichtbar ist die Vielfalt unterschiedlicher Stimmen. Menschen müssen sich frei eine eigene Meinung bilden können. Das ist unsere gemeinsame Verantwortung!
Algorithmen entscheiden heute, welche Informationen Menschen erreichen und welche nicht. Wer so viel Einfluss auf die Meinungsbildung hat, steht in der Verantwortung. Die Regeln dafür gibt es längst. Unsere Aufgabe ist es, sie für alle gleich durchzusetzen: staatsfern, konsequent und unabhängig davon, wie mächtig ein Anbieter ist.
Die Diskussion geht bewusst über Fragen der Plattformregulierung hinaus. Im Mittelpunkt stehen auch die Bedeutung von Rechtsstaatlichkeit und unabhängigen Medien, der gesellschaftliche Vertrauensverlust und die Frage, wie demokratische Öffentlichkeit trotz zunehmender Polarisierung und fragmentierter Informationsräume funktionieren kann. Zugleich geht es um die Verantwortung von Journalismus und Politik sowie um die Handlungsfähigkeit einer staatsfernen Medienaufsicht angesichts wachsender Aufgaben und der Macht globaler Technologiekonzerne.
Auf dem Podium diskutieren Jean Asselborn, ehemaliger Außenminister Luxemburgs, Albrecht von Lucke, Publizist und Politikwissenschaftler, Dr. Katrin Vernau, Intendantin des WDR, Dr. Florian Herrmann, Leiter der Bayerischen Staatskanzlei und Staatsminister für Bundes- und Europaangelegenheiten, Internationales und Medien, sowie Dr. Thorsten Schmiege, Präsident der Bayerischen Landeszentrale für neue Medien (BLM) und Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM). Die Moderation übernimmt Albrecht Bähr.
Das Panel eröffnet am Mittwoch, 21. Oktober 2026, von 13:30 bis 14:15 Uhr auf der Green Stage im House of Communication in München den Track „Politik & Gesellschaft“ der Medientage München. Die Diskussion wird aufgezeichnet und im Nachgang auf der Veranstaltungsseite der Medienanstalten veröffentlicht.