KEK | 10/2021 |

Aktuelle Entscheidungen der KEK

Beteiligungsveränderungen

  • Discovery Communications Deutschland GmbH & Co. KG und Turner Broadcasting System Deutschland GmbH  
  • ProSiebenSat.1 Media SE


Die Kommission zur Ermittlung der Konzentration im Medienbereich (KEK) hat in ihrer 262. Sitzung entschieden, dass den folgenden Beteiligungsveränderungen keine Gründe der Sicherung der Meinungsvielfalt entgegenstehen:

Beteiligungsveränderung / Discovery Communications Deutschland GmbH & Co. KG und Turner Broadcasting System Deutschland GmbH  

Der US-amerikanische Telekommunikationskonzern AT&T, Inc. verkauft seine Mediensparte WarnerMedia LLC. an den Medienkonzern Discovery, Inc. Mit der WarnerMedia LLC. wechselt auch die deutsche Tochtergesellschaft Turner Broadcasting System Deutschland GmbH, die die Programme Warner TV Serie, Warner TV Film, Warner TV Comedy, Boomerang und Cartoon Network veranstaltet, unter das Dach der Discovery Inc.

Die AT&T-Aktionäre erhalten infolge der Transaktion insgesamt ca. 71 Prozent der Aktien der Discovery Inc.; die Anteile der bisherigen Discovery-Aktionäre verwässern sich entsprechend auf ca. 29 Prozent. Aktionäre mit Anteilen von 5 Prozent oder mehr werden nach derzeitiger Einschätzung Advance Newhouse Partnership mit ca. 8 Prozent, The Vanguard Group mit ca. 7 - 8 Prozent und die BlackRock, Inc. mit ca. 6 Prozent sein. Die Veränderung der Aktionärsstruktur der Discovery, Inc. wirkt sich mittelbar auch auf ihr Tochterunternehmen Discovery Communications Deutschland GmbH & Co. KG aus. Dieses veranstaltet die Programme Tele 5, DMAX, Eurosport1, Eurosport2, Eurosport2 HD Xtra, Discovery Channel, Animal Planet, TLC, Golf TV und HGTV.

Der Discovery-Konzern gilt als größter Anbieter von Dokumentationen und Factual Entertainment. Seine Tochterunternehmen veranstalten weltweit eine Vielzahl von vornehmlich Pay-TV-Spartenprogrammen. Discovery vermarktet seine Inhalte auch über Streaming- und VoD-Plattformen. In Deutschland hält der Konzern neben der ProSiebenSat.1 Media SE die Hälfte der Anteile an der Betreiberin der OTT-Plattform Joyn.

Die WarnerMedia LLC. bringt ihre Geschäftsbereiche Turner (Kabelfernsehprogramme und digitale Medien), Home Box Office (Pay-TV-Sender und Streamingdienst HBO Max) und Warner Bros. (Spielfilm- und TV-Produktion, Rechtehandel, Home Entertainment und Videospiele) in den Unternehmensverbund ein. Zu den weltweit verbreiteten Programmen des Bereichs Turner zählt auch das Programm CNN International, das auch in Deutschland empfangbar ist.

Der neue Medienkonzern, der künftig unter Warner Bros. Discovery firmieren wird, soll zu einem weltweit führenden Unterhaltungskonzern aufsteigen und insbesondere mit seinen Streamingdiensten HBO Max und Discovery+ einen starken Wettbewerber im globalen Streaming-Markt aufstellen. Warner Bros. Discovery wird zudem mit fast 200.000 Programmstunden über eine der weltweit größten Programmbibliotheken verfügen. Die der Gruppe im bundesweiten Fernsehen zuzurechnenden Programme erzielten im maßgeblichen Referenzzeitraum von September 2020 bis August 2021 einen Zuschaueranteil von 3,7 Prozent.

Beteiligungsveränderung / ProSiebenSat.1 Media SE

Die MFE MEDIAFOREUROPE N.V. – die Obergesellschaft der bisher als Mediaset Group bezeichneten Unternehmensgruppe – hat ihre Beteiligung an der ProSiebenSat.1 Media SE weiter aufgestockt: Die Stimmrechtsanteile der Gruppe haben sich von 12,38 Prozent auf 19,11 Prozent erhöht. Davon entfällt ein Anteil von 9,38 Prozent auf die MFE direkt; die Mediaset España Comunicación S.A hält nunmehr Anteile von 9,73 Prozent.

Die MFE soll als Holdinggesellschaft für eine paneuropäische Gruppe von Unterhaltungs- und Medienunternehmen dienen. Hierfür wurde der Sitz der Mediaset S.p.A. von Italien in die Niederlande verlegt und das Unternehmen in MFE umbenannt. Die MFE ist an Fernsehsendern in Italien und Spanien beteiligt. Der Konzern betreibt zudem in Italien den Pay-TV-Service Mediaset Premium mit Film- und Sportangeboten sowie den OTT-Streamingdienst Infinity. Ferner gehören zu der Gruppe auch das Filmproduktions- und -verleihunternehmen Medusa sowie verschiedene Radiosender. Die Fininvest S.p.A., die Familienholding von Silvio Berlusconi, übt die Kontrolle über die MFE aus.

Die ProSiebenSat.1 Media SE hat zudem ihre Konzernstruktur vereinfacht: Die ProSiebenSat.1 Digital GmbH wurde auf ihre Muttergesellschaft, die Seven.One Entertainment Group GmbH, verschmolzen. Dadurch hält die Seven.One Entertainment Group GmbH den 50-prozentigen Anteil an der Joyn GmbH nunmehr direkt.


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