ZAK | 06/2017 |

ZAK beauftragt systematisches Monitoring von Benutzeroberflächen

Portale von Smart-TVs und Receivern haben großes Potenzial, den Zugang der Sender zum Zuschauer zu beeinflussen

Über Electronic Programme Guides (EPGs), Portale oder Navigatoren können Nutzer in der digitalen Welt direkt Rundfunkprogramme und vergleichbare Telemedien auswählen. Inwieweit beeinflussen solche Benutzeroberflächen durch vorgegebene Sortierung die Auffindbarkeit von Programminhalten durch die Zuschauer und damit den Prozess der freien Meinungsbildung? Um darüber fundierte Kenntnisse zu erlangen, hat die Kommission für Zulassung und Aufsicht (ZAK) der Medienanstalten in ihrer heutigen Sitzung in Berlin entschieden, das Forschungsinstitut Facit Digital GmbH mit einem systematischen Monitoring von Benutzeroberflächen zu beauftragen. Die Ergebnisse sollen bis Ende Mai vorliegen und im Anschluss ausgewertet werden.

Mit ihrer Eigenschaft, zwischen dem Sender und dem Zuschauer zu stehen, haben Benutzeroberflächen also ein großes Potenzial, den Zugang der Sender zum Zuschauer zu beeinflussen. Bislang sind die Medienanstalten aber nur für die Regulierung von Benutzeroberflächen der Plattformbetreiber zuständig. Die Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) forderte daher bereits mehrfach, auch Benutzeroberflächen von Smart-TV-Geräten und Set-Top-Boxen in die Regulierung einzubeziehen – wenn sie einen Überblick über ein Gesamtangebot von Rundfunk und vergleichbaren Telemedien geben und das unmittelbare Einschalten einzelner Angebote ermöglichen (vgl. dazu Stellungnahme zur Fortentwicklung der Plattformregulierung vom März 2016 im Rahmen der Bund-Länder-Kommission zur Medienkonvergenz).

Siegfried Schneider, der Vorsitzende von ZAK und DLM: „Die Landesmedienanstalten spüren täglich den Wandel der Medienwelt durch die Konvergenz. Die Ergebnisse des Monitorings werden in unsere tägliche Arbeit einfließen. Doch um wirklich zukunftsorientiert auf die neuen Entwicklungen reagieren zu können, sollten die Grundsätze der Transparenz, Diskriminierungsfreiheit, Chancengleichheit und Nutzerautonomie bei der Plattformregulierung nun schnellst möglich in Gesetze gegossen werden. Das übergreifende Ziel dabei ist und bleibt die Vielfaltssicherung im Sinne der Mediennutzer.“

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