#watchdog19: Influencer zwischen Meinungsfreiheit und (politischer) Werbung

Bei dem diesjährigen #watchdog-Event der Medienanstalten am 21. November in Köln diskutierten Vertreterinnen und Vertreter der Influencerszene, des Journalismus sowie der Werbebranche und -regulierung über "Influencer zwischen Meinungsfreiheit und (politischer) Werbung".

Spätestens seit dem Video "Die Zerstörung der CDU" von dem YouTuber Rezo wird das Thema öffentlich diskutiert. Bei #watchdog19 ging es daher um die Fragen: Wann geht bloße Meinungsäußerung in unzulässige politische Werbung über? Was müssen Influencerinnen und Influencer kennzeichnen? Gibt es dazu eine gesellschaftliche Verantwortung? Ist die Äußerung von politischen Statements extrinsisch oder intrinsisch motiviert?

Zu diesen und weiteren Fragen positioniert haben sich auf der Veranstaltung unter anderem Rezo selbst und Diana zur Löwen, die zu den über 90 Influencerinnen und Influencern zählt, die sich wenige Tage nach der Veröffentlichung von "Die Zerstörung der CDU" in einem weiteren Video zur Europawahl geäußert haben. Sie erzählten Insights zu der Entstehung ihrer Videos, den Umgang mit Kritik sowie dem Wunsch, dass politische Themen mehr Einzug in den Alltag und Instagram-Feeds erhalten.

Dass das Thema viel Diskussionsstoff birgt und auch stark polarisieren kann, wurde nicht nur in den spannenden Gesprächen on stage, sondern auch den vielen Beiträgen online deutlich. Der Event-Hashtag #watchdog19 landete sogar auf Platz vier der Deutschland Trends - dank der zahlreichen informativen und unterhaltsamen Posts des Publikums. Hier kommt eine Auswahl davon, mehr Infos gibt's unter dem Hashtag #watchdog19, beispielsweise auf Twitter.

Cornelia Holsten, DLM-Vorsitzende und Direktorin der brema, blickte in ihrer informativen und unterhaltsamen Begrüßungsrede auf die letzten Jahre, insbesondere die Veröffentlichung der Kennzeichnungsmatrix der Medienanstalten (Link)  zurück. Sie äußerte sich kritisch in Bezug auf Werbung für politisches Engagement durch Influencerinnen und fand klare Worte über das Posten von Kinderfotos: "Es verletzt das Recht der Kinder. Das geht nicht."

Levin Vostell, Gründer und CEO der Influencer Marketing-Agentur INFLURY, sprach in seiner anschließenden Keynote über die Entwicklung des Marktes und einzelner Plattformen wie Instagram und TikTok. Er schloss seinen Report mit einem persönlichen Appell zum Thema des Abends: Für Minderheiten und für Demokratie müsse aufgestanden werden. Das gelte für alle, auch für Influencerinnen und Influencer.

Im Anschluss startete das erste Panel des Abends: Ein gemütliches „Kamingespräch“ zwischen Dr. Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW, und Social Media Expertin Ann-Katrin Schmitz - eine spannende und sehr unterhaltsame Diskussion.

Gleich darauf dann zum nächsten #watchdog19 Highlight: Rezo war zu Gast und diskutierte gemeinsam mit Moderatorin Geraldine de Bastion, Influencerin Diana zur Löwen, Journalist Sebastian Meineck, PR-Experte Stephan Schilling und Direktor der LPR Hessen und Koordinator des Fachausschusses Regulierung Joachim Becker über Politik, Meinungsfreiheit und Verantwortung.

Dr. Tobias Schmid, Direktor der Landesanstalt für Medien NRW, schloss den Abend mit einer kurzen Zusammenfassung. Klar geworden ist: Über das Thema „Influencer zwischen Meinungsfreiheit und (politischer) Werbung“ ist noch nicht alles gesagt. Beim anschließenden Get Together im Stadtgarten diskutierten Gäste und Publikum daher auch noch weiter.

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