Video Trends 2026
Seit über 15 Jahren erheben die Medienanstalten jährlich Daten und Fakten zu aktuellen Entwicklungen der Bewegtbildnutzung und zur Verteilung der TV- und Videoübertragungswege in Deutschland. Die Video Trends (bis 2021 „Digitalisierungsbericht Video“) liefern eine kontinuierliche Bestandsaufnahme der Bewegtbildnutzung und dienen Branche und Politik als Grundlage für Analysen und Entscheidungen.
Im Mittelpunkt der Video Trends 2026 stehen die aktuellen Entwicklungen beim Bewegtbildkonsum: Die Wahrnehmung von KI-generierten Videos sowie die Rolle von Creator-Inhalten zu politischen Themen in den Sozialen Medien für die Meinungsbildung. Die Erhebung fand in zwei Modulen statt, einer quantitativen Befragung und qualitativen Gruppendiskussionen.
Video Trends 2026: Die zentralen Ergebnisse
Bewegtbild bleibt ein zentrales Alltagsmedium, die Zugänge werden vielfältiger: 93 Prozent schauen täglich Sendungen oder Videos. Lineares Fernsehen bleibt ein wichtiger Bewegtbildzugang, während soziale Medien und Videoplattformen insbesondere für Jüngere an Bedeutung gewinnen. Das Alter prägt dabei zunehmend, wie und wo Bewegtbild genutzt wird.
Nachrichten, Politik und Gesellschaft finden zunehmend in der Creator-Welt statt: Informationsrelevante Inhalte werden auch von Creatoren aus anderen Themenfeldern aufgegriffen und über soziale Feeds verbreitet. Für Jüngere sind solche Inhalte besonders relevant für Information und Meinungsbildung. Damit wird politische und gesellschaftliche Information stärker Teil von Alltags- und Unterhaltungskontexten.
Neue Zugänge schaffen neue Anforderungen an Einordnung: Für die Nutzung von Creator-Videos sind Präsentationsstil, Feed-Ausspielung und schnelle Orientierung wichtiger als das Vertrauen in den Absender. Zugleich bleiben Rollen und Grenzen zwischen Information und Meinung teilweise unklar. Transparenz über Absender und Einordnung gewinnt damit an Bedeutung.
KI-Videos sind im Alltag angekommen – und werden nicht immer zuverlässig erkannt: 79 Prozent sind bereits KI-Videos begegnet, 68 Prozent derjenigen mit Kontakt haben ein KI-Video schon einmal für echt gehalten. Gleichzeitig wächst die Skepsis gegenüber der Echtheit von Bewegtbild insgesamt – mit möglichen Folgen für das Vertrauen in audiovisuelle Inhalte.
Transparenz und Kennzeichnung werden bei KI-Videos besonders wichtig: KI-Einsatz für technische Verbesserungen und kreative Effekte wird mehrheitlich akzeptiert, während täu-schend echte Veränderungen realer Personen oder Ereignisse deutlich kritischer gesehen werden. Eine klare Kennzeichnung von KI-Beteiligung wird besonders bei Nachrichten sowie politischen und gesellschaftlichen Inhalten erwartet.